Silver Surfer
Ja, auch Senioren haben ein Anrecht auf neue Medien. Man mag es kaum glauben, aber von den Menschen in den goldenen Lebensjahren interessieren sich nicht wenige für Internet, Handys, Digitalkameras etc.
Von vielen bekommen sie leider die unbegründeten Vorwürfe zu hören, dass sie angeblich nicht mehr mit der Technik zu Recht kommen würden und selbst dann nicht alles nutzten, was ihnen zur Verfügung steht.
Die medizinischen Abteilungen für Gehirnforschung bestätigen aber, dass der Mensch sein ganzes Leben über Neues erlernen und anwenden kann, wenngleich dieser Prozess im Alter schwieriger fällt.
Doch auch die Handhabung eines PC oder eines Handys sollten keine Probleme darstellen, wenn man sich darauf einlässt und nicht von den lästernden, jüngeren Semestern unterkriegen lässt.
„Wir würden ja gerne, aber die Geräte sind einfach nicht für uns gemacht“. Das Hauptproblem. Wo auf dem Markt gibt es denn schon seniorengerechte Produkte? Und dabei ist in Deutschland dies doch ein Wirtschaftszweig mit Zukunftsaussichten.
Wenn dem Techno-Freak die Tasten an seinem Autoradio schon zu klein sind, wie soll sich da jemand mit stolzen 60 Jahren an einem kleinen Bedienpaneel auslassen?
Zu kleine Tasten, schlechte Ablesbarkeit und umständliche Menüführungen. Womit jüngere Leute sich genügsam abfinden und einlesen mögen, da streiken ältere schlichtweg. Sie hätten in ihrem Leben zu viel erlebt und gesehen, um sich mit zu umständlicher Technik herumplagen zu müssen. Zum Glück gibt es nun auch ein Senioren Telefon.
Und mit dieser Meinung haben sie sicherlich Recht. Als ob das nicht genug wäre, preisen Hersteller auf einmal Handys mit nur drei Tasten an, PCs mit Zusatzperipherie, die an vorsintflutliche Monstermaschinen erinnern, kommen auf den Markt und alle versprechen Besserung.
„Eine Verhöhnung und nahezu Veralberung des älteren Kunden ist das und nichts anderes“ meint die Zielgruppe dar. Man wolle doch schließlich auch noch mit einem halbwegs stylsicheren Handy ein wenig prahlen und es gleichzeitig bedienen können.
„Einen Klostein am Ohr trägt von den Jugendlichen doch auch keiner und wir müssen das gut heißen?“ Aber in diesem Punkt sind namhafter Hersteller ratlos und zucken mit den Achseln. Der Absatz bei Jugendlichen wird auch in den kommenden Jahren stets höher sein als bei Senioren, da letztere sich nicht alle paar Monate das neueste Gerät zulegen werden und eine Produktion somit nur mit Kosten verbunden wäre.
Bei PCs gibt es schon brauchbarere Lösungen, doch der Nachholbedarf ist unbestreitbar. Mit Stereoanlagen, CD-Playern oder gar Videorecordern braucht man da wohl gar nicht erst anfangen. Wenn schon der Durchschnittskäufer sich beim Befolgen der Bedienungsanleitung die Haare rauft und wutentbrannt in die Fernbedienung beißt...